WIE DAS TEE-SHIRT LAUFEN LERNTE.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trugen amerikanische Arbeiter stets baumwollene Knopfleistenhemden in neuester T-Form - und verstanden darunter züchtige Unterwäsche. Doch schon bald war die Karriere des T-Shirt parallel zur Jeans - der blauen Farmerhose des Levi Strauss - nicht mehr zu bremsen. In den 50er-Jahren rebellierten die Jungen und trugen dabei T-Shirts offen zur Schau. Die Twens und Teenager stellten die alten Werte in Frage, lehnten sich auf gegen Autoritäten wie Staat, Polizei, Eltern oder Lehrer. Anarchie! Der trotzige Aufstand der Jungen fand Höhepunkte in noch heute berühmten Kinofilmen, wie etwa Endstation Sehnsucht und hiefte Marlon Brando oder James Dean in den Starhimmel Hollywoods.
Während der 60er-Jahre machten ganz andere Leute das T-Shirt zum alltäglichen Spektakel: Bob Dylan, Joan Baez, Jim Morrison oder Jimi Hendrix trugen neben selbstgenähten Jutegewändern und zerschlissenen Jeans die buntesten, die grellsten, die auffälligsten Shirts. Dabei muß man jedoch bedenken, dass zur gleichen Zeit das Vintage-Knopfleisten-Shirt in den seriösen Haushalten des prüden Amerika nach wie vor als nicht vorzeigbare Herrenunterwäsche galt.
Aber jetzt, ja, jetzt wird alles anders.